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Kalkstein Jura-Marmor

Kalkstein Jura-Marmor - der Stein aus dem die Träume sind

Beim wunderschönen Jura-Marmor handelt es sich um einen zumeist hellgelben Kalkstein, bis hin zu blaugrau. Er wird auch als Jurakalk oder Jura-Kalkstein bezeichnet, wobei Jura auf seine Entstehungszeit hinweist. Dieser Kalkstein ist besonders fossilreich und wurde einst bei Eichstätt, Petersbuch-Erkertshofen sowie Treuchtlingen abgebaut. Daher ist auch die Bezeichnung Treuchtlinger Marmor geläufig. Inzwischen befindet sich das Abbaugebiet in der Gegend Kaldorf und Titting. Beim diesem aktiven Abbaugebiet des Jura-Marmors handelt es sich wohl um das größte in ganz Deutschland.

 

Der Kalkstein als Kulturgut

 

Jura-Marmor war schon seit Menschen Gedenken beliebter Baustoff. Dadurch, dass er leicht abbaubar ist haben sich schon immer Menschen in dessen Abbaugebieten angesiedelt. Dieser Kalkstein wurde damals für den Bau von Burgen verwendet.

Mit der Polierung der Oberflächen fand Jura-Kalkstein aber auch zunehmend beim Bau von Säulen und Altären im Innenbereich Verwendung.

Zudem wurde dieser Naturstein in Form von Bildwerken und gestalteten Werksteinen von Bilderhauern gern verarbeitet. Zu sehen gibt es wichtige historische Werke beispielsweise im Eichstätter Dom.

 

Aussehen des Jura-Marmors

 

Die bekannte gelbe Farbe begründet sich durch den Limonitanteil. Ebenfalls verbreitet ist die grau-blaue Variante, Jura-grau genannt. Nicht so häufig vorkommende Farbvarianten sind Bräun- und Weißtöne. Hin und wieder weist der Naturstein vermeintliche Risse auf, dabei handelt es sich jedoch um durchsichtige Adern aus dem Mineral Calcit und stellen keinerlei Beeinträchtigung der Qualität des Steines dar.

Pyrit begründet mitunter graue Farbtöne des Jura-Marmors mit teilweise wunderschön goldenen Einschlüssen.

 

Woher kommt der Name?

 

Als Jura-Marmor wird der Stein zwar bezeichnet, allerdings ist „Marmor“ als solches nicht korrekt. Denn es handelt sich hierbei um einen Kalkstein mit einer feinkörnigen Matrix. Es werden jedoch alle Kalksteine, die mit Kleesalz polierbar sind, als „Marmor“ bezeichnet.

Diesen Naturstein hingegen nur als Jura-Kalkstein zu benennen, wäre wiederum auch nicht eindeutig, da es noch so viel mehr Kalksteine gibt, die im Jura-Zeitalter entstanden sind.

Die mächtigen Steinschichten des Jura-Marmors sind indes auf ein Alter von ca. 155 Millionen Jahre zu bestimmen, folglich im Jura-Zeitalter entstanden. Es finden sich oft Fossilien in diesem Kalkstein und diese sind z.T. mit bloßem Auge sichtbar, beispielsweise Ammoniten, Belemniten und Kieselschwämme.

Der Jura-Marmor weist überdies eine hohe Dichte auf, welche u.a. von Mikroorganismen erzeugt wurde sowie höchstwahrscheinlich in tiefem Wasser unter lichtarmen Bedingungen, worauf bestimmte Merkmale hinweisen.

Achtung: Der Jura-Marmor ist nicht mit dem Solnhofener Plattenkalk zu verwechseln, denn dieser ist zwar in derselben Region verbreitet und nur unwesentlich jünger als der Jura-Marmor. Jedoch entstand der Jura-Marmor unter anderen Umweltbedingungen und aus diesem Grund sind hier auch andere Fossilien im Stein erhalten als im Solnhofener Plattenkalk und zudem ist auch keine Spaltung in dünne Platten möglich wie beim Solnhofener.

 

Abbau des Jura-Marmors im Laufe der Wirtschaftsgeschichte

 

Vermutlich wurde Jura-Marmor erstmalig im 14. Jahrhundert für den Bau der Willibaldsburg in großem Stil abgebaut. In Karten von Eichstätt waren Ende des 18. Jahrhunderts inzwischen Steinbrüche verzeichnet.

Außerdem gilt ein Vertrag von 1825 des Architekten Leo von Klenze mit einem Eichstätter Steinbruchbesitzer gilt als erster Nachweis für einen Steinbruchbetrieb. Hierbei ging es um den Bau der berühmten Walhalla im Jahre 1825, nahe Regensburg.

 

Der Abbau von Kalkstein Jura-Marmor im 20. Jahrhundert

Der industrielle Abbau von Jura-Marmor begann dann 1911 mit der Gründung der Treuchtlinger Marmorwerke AG. Vor allem für Denkmäler, Pflastersteine, Zaunpfosten und beim Brückenbau fand der Kalkstein damals schon gern Verwendung.

Nach den negativen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise 1929, kam es bis 1939 aber zu einem Aufschwung durch den Bau von großen Bauwerken der Nationalsozialisten. Im zweiten Weltkrieg dann war der Abbau zwar unterbrochen, anschließend ging es dagegen wieder aufwärts. Und so kamen in der 1950er Jahren Abbaugebiete in Petersbuch-Erkersthofen hinzu. Vor allem der Bauboom Ende der 1960er Jahre lies die Steinbrüche des Jura-Marmors dementsprechend florieren.

 

Entwicklung des Jura-Marmors in den letzten 50 Jahren

Allerdings wurde der Konkurrenzkampf mit der italienischen Steinindustrie ab Mitte der 1970er Jahre deutlich spürbar. In den 1990er Jahren kam es infolge baulicher Großprojekte in den arabischen Ländern wieder zur Aufwärtsentwicklung im Steingewerbe.

Im Laufe der vergangenen Jahre wurde aufgrund der Globalisierung die Konkurrenz durch China und Indien immer größer. Außerdem verstärkte die Finanzkrise 2008 die wirtschaftlichen Probleme auch in dieser Branche.

 

Verwendungsbereiche des Jura-Marmors

Der Jura-Marmor wird zwar zu den Weichgesteinen gezählt, aufgrund der hohen Dichte ist der Stein aber sehr gut polierbar.

Der Jura-Marmor findet inzwischen vor allem im Innenbereich Verwendung, beispielsweise als Fensterbank oder in Form von Bodenplatten. Und überdies auch gern als Fassade. Die Oberfläche gibt es dank zahlreicher Bearbeitungstechniken schließlich in den verschiedensten Varianten.

 

Verwendung im Innenbereich

Zu früheren Zeiten wurde Jura-Marmor gern für den dekorativen Innenausbau von herrschaftlichen Gebäuden oberer Gesellschaftsschichten verbaut.

Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert konnten Bodenbeläge, Fensterbänke, Wandverkleidungen und vieles mehr folglich in großen Mengen hergestellt werden. Jura-Marmor als Fensterbankmaterial war einst sehr typisch in der Nachkriegszeit.

Mittlerweile ist dieser Naturstein in Deutschland nicht mehr so nachgefragt, im Ausland hingegen wird er aufgrund der Optik, des warmen Farbtons sowie den enthaltenen Fossilien, immer noch gern verwendet.

Vor allem aufgrund des kleinen Tonanteils, eignet sich der Jura-Marmor demzufolge besonders gut als Bodenplatte mit Fußbodenheizungen.

 

Verwendung im Außenbereich

Nur bestimmte Teile dieses Kalksteins sind für den Außenbereich geeignet. Zudem kann man beim Jura-Marmor keine Versiegelungen verwenden, denn dadurch kann die Frostbeständigkeit beeinträchtigt werden. Probleme treten jedoch erst nach 3 bis 5 Jahren auf.

 

Kalkstein als Bodenplatte

Aufgrund der bedingten Frostbeständigkeit des gelben Juras, ist beim Verbauen als Bodenbelag eine entwässernde Unterkonstruktion, beispielsweise Split, wichtig.

 

Kalkstein im Garten- und Landschaftsbau

Viele Burgen, Schlösser und Kirchen wurden aus massiven Bauteilen dieses Kalksteins gebaut. Dies ist wichtig, denn je stärker das Material, desto widerstandsfähiger der Stein gegen Verwitterung. Allerdings geht der Glanz polierter Oberflächen mit der Zeit und Verwitterung verloren.

 

Kalkstein Reinigung

 

Bei der Reinigung eines Kalksteins ist es wichtig zu wissen, dass saure Mittel, wie Essigreiniger, ungeeignet sind. Denn die Säure löst den Kalk auf.

Hochalkalische Reiniger sind wiederum schlecht, da sie Bestandteile der enthaltenen Fossilien zersetzen können. Und wiederum beim Verwenden von Lösemitteln, beispielsweise Benzin, kann eine Aufhellung auftreten, sofern tönende Mittel vorher in den Naturstein eingearbeitet wurden.

Am besten der Stein wird zur Reinigung verschmutzter Stellen zunächst mit Wasser eingelassen und dann mit alkalischem Reinigungsmittel mittels Bürsten mehrmals behandelt. Im Anschluss daran sollte mit Wasser nachgespült werden.

Die Pflege von Kalkstein mit Seife geht ferner schon weit in die Geschichte der Menschheit zurück. Die dadurch entstehende Patina bietet teilweise Schutz gegen Verschmutzung, jedoch nicht gegen Öl- und andere färbende Flecken.

Es gibt auf jeden Fall auch spezielle Reinigungsmaschinen, die den Stein bürstend und aufpolieren.

 

Fazit von diesem Kalkstein:

 

Abschließend ist zu sagen, dass der Jura-Marmor alles in allem ein sehr schöner Naturstein mit wundervollen Eigenschaften ist, wodurch sich eine Vielzahl von Möglichkeiten ergibt, diesen für Ihre individuellen Wünsche zu verbauen.